Montag, 21. November 2011

Wulai

In der Nähe von Taipei gibt es einige sehenswerte Orte, von denen ich einige immernoch  nicht besucht habe. Eine davon ist das kleine Dörfchen Wulai, ca. eine Stunde Busfahrt vom Hauptbahnhof entfernt. Wulai ist bekannt für seine kostenlosen heissen Quellen. Heisse Quellen gibt es in Taiwan an jeder Ecke aber diese hier sind etwas besonderes, denn sie liegen direkt am kalten Fluss. Man kann also immer von scheiss heiss zu gut kalt wechseln. Will jetzt auch gar nicht groß reden und zeig einfach ein paar Bilder von dem Ausflug.
















 Ein alter General, der auf mich ungefähr 20 Minuten pausenlos in Chinesisch eingeredet hat. Quintessenz war, glaube ich, dass seine Kinder alle etwas anständiges gelernt haben und er ein stolzer Vater ist. Sein Blasrohr ist sowas wie eine Zigarettenspitze, kann aber durchaus, nun ja, auch als Blasrohr verwendet werden.

Samstag, 12. November 2011

No Nuke

Letzte Woche fand im Herzen von Taipei eine Veranstaltung mit dem Namen "No Nuke" statt, irgendetwas zwischen Party und Demo. Im Kern ging es jedenfalls gegen Atomkraft, und da auch noch ein paar gute DJs und Livebands angekündigt waren, war ich natürlich auch am Start. Als wir pünktlich um 3 zum vereinbarten Treffpunkt kommen, sehen wir erstmal niemanden und gehen noch eine Stunde spazieren gegangen. Später, bei unser Rückkehr waren dann ca. 30 Menschen dort versammelt, die noch fleißig Protestschilder gemalt oder No-Nuke-Tattoos verteilt haben. Auf der "Bühne" macht die erste Band gerade ihren Soundcheck und irgendwie kommt mir hier jedes zweite Gesicht bekannt vor. Hier gibt es irgendwie keine speziellen Szenen, jeder der irgendwie ein bisschen anders ist, sei es nun politisch oder im Musikgeschmack kennt jeden, so scheint es mir zumindest. Nachdem drei Bands ihre kurzen Auftritte abgeliefert haben, hat sich der Platz ein bisschen gefüllt und wir sind jetzt ca. 100 Leute. Zwillinge mit blau gefärbten Haaren halten eine Rede, danach eine Frau. Ihr Mikrofon funktioniert nicht und ich will sie darauf hinweisen. Mit vollem Übermut schreie ich ihr "wo bu ting"(ich nicht hören) entgegen. Wütende Blicke in meiner nächsten Umgebung sind die Folge, scheinbar habe ich etwas falsch betont. Später erfahre ich dass ich ihr gesagt habe ich will ihr Geschwätz nicht hören, so sinngemäß. Naja kann ja mal passieren, wer wird denn gleich...
Mittlerweile hat sich der Zug in Bewegung gesetzt. Irgendwie schon krass, wenn man diese Proteste mit denen in Deutschland vergleicht. Trotz Polizeibegleitung, wird nicht einmal die Straße für uns gesperrt, wir warten einfach bis gerade wenig Autos kommen und entern. Die Stimmung ist grandios. Die Musik gut. Auf dem Wagen macht sich einer nackig, mir wird gesagt dass solle irgendeinen japanischen Superhelden darstellen. Die Anwohner sind uns überwiegend freundlich gestimmt, auch wenn glaube ich kaum einer versteht worum es uns geht. Aber es ist aufjedenfall ein lustiger Haufen und eine willkommene Abwechslung. Die Leute winken uns zu wie bei einer Militärparade. Es geht durch das ganze Viertel und es werden immer mehr Menschen. Irgendwie sind wir am Ende doch an die 300 Menschen scheint es mir, immerhin. Das angepeilte Finale ist der Hauptsitz der TaiPower-Company, der staatliche Konzern der die Atomkraftwerke betreibt. 10 Polizisten bewachen das Gebäude und Captain Nackidei lässt sich hintragen und hampelt vor ih
nen rum. Nach einer Weile bekommen wir Hunger und gehen. Die Anderen haben wohl noch eine gnaze Weile dor weitergefeiert/demonstriert.










Dienstag, 8. November 2011

Typ-A Mensch der M-Zeit Kultur

Seit genau einer Woche arbeite ich jetzt in dem Restaurant und abgesehen von der miserablen, aber für Kellner in Taiwan wohl normalen Bezahlung, macht es wirklich Spass. Jeden Tag müssen neue Gerichte ausprobiert werden, damit ich den Gästen auch Auskunft darüber geben kann. Und ich lerne eine Menge über die indische Küche, Gewürze, Gewürzmischungen und so weiter. Einige meiner Kollegen sprechen nur schlecht Englisch und benutzen es noch viel ungerner. Gut für mich, ich fühle, wie mein Chinesisch Tag für Tag besser wird. Zuhause komme ich leider kaum noch zum Lernen. An den freien Tagen unterrichte ich jetzt Grundschulkinder in Englisch, und gebe natürlich weiterhin Privatstunden in Deutsch. Ich fühle mich gerade ein bisschen wie der Autor des Artikels  in der "Zeit" jüngst, der auf der Suche nach seiner verlorenen Zeit war. Nachdem ich zwei Monate ein herumstreunender Landstreicher war, bin ich jetzt wohl erst mal ein Typ-A Mensch der  M-Zeit-Kultur. Oder so. Doch mir fällt natürlich sofort ein sehr treffender Userkommentar ein:
"[...] Erfolg und Ruhe, diese zwei Dinge schliessen sich vollstaendig aus. Das ist quasi ein Naturgesetz menschlicher Gesellschaften. [...]hoeren Sie auf zu noergeln!!!"
Ok, ok. Ich hör ja schon auf.  Heute hat mich mein Freund von der Party, der mir damals zu dem Job verholfen hat dann zu Seite genommen. "This could be a bit embarassing for you, but i have to tell you this..." Ich kann mir schon denken was kommt und muss mir ein Grinsen verkneifen. Und Bingo! Ich versuche mich noch herauszureden, doch "A Shower is not enough, you have to buy a deodorant. I know you are a Hippie and normally i don't care. But we have customers here." Das heisst mit dem Lotterleben ist es jetzt wohl erstmal vorbei. Jetzt bin ich eben nur noch Wochenendhippie.