Samstag, 12. November 2011

No Nuke

Letzte Woche fand im Herzen von Taipei eine Veranstaltung mit dem Namen "No Nuke" statt, irgendetwas zwischen Party und Demo. Im Kern ging es jedenfalls gegen Atomkraft, und da auch noch ein paar gute DJs und Livebands angekündigt waren, war ich natürlich auch am Start. Als wir pünktlich um 3 zum vereinbarten Treffpunkt kommen, sehen wir erstmal niemanden und gehen noch eine Stunde spazieren gegangen. Später, bei unser Rückkehr waren dann ca. 30 Menschen dort versammelt, die noch fleißig Protestschilder gemalt oder No-Nuke-Tattoos verteilt haben. Auf der "Bühne" macht die erste Band gerade ihren Soundcheck und irgendwie kommt mir hier jedes zweite Gesicht bekannt vor. Hier gibt es irgendwie keine speziellen Szenen, jeder der irgendwie ein bisschen anders ist, sei es nun politisch oder im Musikgeschmack kennt jeden, so scheint es mir zumindest. Nachdem drei Bands ihre kurzen Auftritte abgeliefert haben, hat sich der Platz ein bisschen gefüllt und wir sind jetzt ca. 100 Leute. Zwillinge mit blau gefärbten Haaren halten eine Rede, danach eine Frau. Ihr Mikrofon funktioniert nicht und ich will sie darauf hinweisen. Mit vollem Übermut schreie ich ihr "wo bu ting"(ich nicht hören) entgegen. Wütende Blicke in meiner nächsten Umgebung sind die Folge, scheinbar habe ich etwas falsch betont. Später erfahre ich dass ich ihr gesagt habe ich will ihr Geschwätz nicht hören, so sinngemäß. Naja kann ja mal passieren, wer wird denn gleich...
Mittlerweile hat sich der Zug in Bewegung gesetzt. Irgendwie schon krass, wenn man diese Proteste mit denen in Deutschland vergleicht. Trotz Polizeibegleitung, wird nicht einmal die Straße für uns gesperrt, wir warten einfach bis gerade wenig Autos kommen und entern. Die Stimmung ist grandios. Die Musik gut. Auf dem Wagen macht sich einer nackig, mir wird gesagt dass solle irgendeinen japanischen Superhelden darstellen. Die Anwohner sind uns überwiegend freundlich gestimmt, auch wenn glaube ich kaum einer versteht worum es uns geht. Aber es ist aufjedenfall ein lustiger Haufen und eine willkommene Abwechslung. Die Leute winken uns zu wie bei einer Militärparade. Es geht durch das ganze Viertel und es werden immer mehr Menschen. Irgendwie sind wir am Ende doch an die 300 Menschen scheint es mir, immerhin. Das angepeilte Finale ist der Hauptsitz der TaiPower-Company, der staatliche Konzern der die Atomkraftwerke betreibt. 10 Polizisten bewachen das Gebäude und Captain Nackidei lässt sich hintragen und hampelt vor ih
nen rum. Nach einer Weile bekommen wir Hunger und gehen. Die Anderen haben wohl noch eine gnaze Weile dor weitergefeiert/demonstriert.










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