Seit genau einer Woche arbeite ich jetzt in dem Restaurant und abgesehen von der miserablen, aber für Kellner in Taiwan wohl normalen Bezahlung, macht es wirklich Spass. Jeden Tag müssen neue Gerichte ausprobiert werden, damit ich den Gästen auch Auskunft darüber geben kann. Und ich lerne eine Menge über die indische Küche, Gewürze, Gewürzmischungen und so weiter. Einige meiner Kollegen sprechen nur schlecht Englisch und benutzen es noch viel ungerner. Gut für mich, ich fühle, wie mein Chinesisch Tag für Tag besser wird. Zuhause komme ich leider kaum noch zum Lernen. An den freien Tagen unterrichte ich jetzt Grundschulkinder in Englisch, und gebe natürlich weiterhin Privatstunden in Deutsch. Ich fühle mich gerade ein bisschen wie der Autor des Artikels in der "Zeit" jüngst, der auf der Suche nach seiner verlorenen Zeit war. Nachdem ich zwei Monate ein herumstreunender Landstreicher war, bin ich jetzt wohl erst mal ein Typ-A Mensch der M-Zeit-Kultur. Oder so. Doch mir fällt natürlich sofort ein sehr treffender Userkommentar ein:
"[...] Erfolg und Ruhe, diese zwei Dinge schliessen sich vollstaendig aus. Das ist quasi ein Naturgesetz menschlicher Gesellschaften. [...]hoeren Sie auf zu noergeln!!!"
Ok, ok. Ich hör ja schon auf. Heute hat mich mein Freund von der Party, der mir damals zu dem Job verholfen hat dann zu Seite genommen. "This could be a bit embarassing for you, but i have to tell you this..." Ich kann mir schon denken was kommt und muss mir ein Grinsen verkneifen. Und Bingo! Ich versuche mich noch herauszureden, doch "A Shower is not enough, you have to buy a deodorant. I know you are a Hippie and normally i don't care. But we have customers here." Das heisst mit dem Lotterleben ist es jetzt wohl erstmal vorbei. Jetzt bin ich eben nur noch Wochenendhippie.
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